Das Raurisertal ist kein Radsport-Hotspot — und das ist genau sein Vorteil. Hier gibt es keine Bikeparks mit Warteschlangen, keine überbuchten Hüttenrestaurants, keine Straßen, auf denen Radgruppen im Minutentakt vorbeiziehen. Stattdessen: Forstwege, auf denen man die Gämsen hören kann, bevor man sie sieht. Almauffahrten, bei denen man irgendwann aufhört, die Höhenmeter zu zählen, weil der Blick auf die Goldberggruppe das Zählen überflüssig macht.
Die Wege beginnen direkt vor unserem Haus. Kein Auto, kein Transfer — einfach in den Sattel steigen und losfahren. Das schätzen unsere Gäste seit Jahren als einen der größten Vorteile unserer Lage.
Mit dem E-Bike verschiebt sich das Verhältnis zwischen Aufwand und Erlebnis erheblich. Aufstiege, die zu Fuß einen vollen Wandertag kosten, werden zu entspannten Halbtagestouren — mit genug Energie für eine Hüttenpause und die Rückfahrt. Gerade für Gäste, die den Urlaub nutzen, um nach langen Alltagswochen wieder Luft zu holen, ist das ein echter Unterschied.
Empfehlung unseres Teams: Das Seidlwinkltal: Die Tour folgt dem Weg der historischen Säumer — Händler, die über Jahrhunderte Salz und Waren über den Rauriser Tauern transportierten. Am Ende des Tals erreicht man das Tauernhaus, das seit 1491 das Schankrecht besitzt. Dieses Gebäude hat mehr Alpingeschichte gesehen als die meisten Museen.
Die Steigungen sind moderat und gleichmäßig. Schotterwege in gutem Zustand, kaum Querverkehr. Auch für Gäste geeignet, die nicht täglich radfahren.
Ladestationen unterwegs: Beim Gasthof Weixen (Seidlwinkltal) und beim Naturfreundehaus stehen öffentliche E-Bike-Ladestationen zur Verfügung. Wir empfehlen, vor der Abfahrt den genauen Ladestand zu prüfen — der Gasthof Weixen hat saisonale Öffnungszeiten, bitte vorab kurz anrufen
Für alle, die Radfahren als körperliche Auseinandersetzung verstehen und nicht als Transportmittel: Das Raurisertal bietet ehrliche Anstiege. Forstwege statt präparierter Trails. Wege, die so aussehen wie das Gelände dahinter — rau, unvermittelt, manchmal steil.
Die Hochalm-Runde — das Herzstück für konditionsstarke Fahrer: Der Aufstieg zur Hochalm führt auf Sicht des Hohen Sonnblicks (3.106 m) — der Gipfel mit der höchstgelegenen dauerhaft besetzten Wetterstation Europas, seit 1886 in Betrieb. Oben sieht man in klaren Momenten bis ins Salzachtal.
Hinweis für Erstbesucher: Die Schotterwege in den Hochlagen über 1.600 m sind teilweise schmal und erfordern Bremserfahrung bei der Abfahrt. Wer das Tal zum ersten Mal befährt, fährt die ersten Kilometer langsamer — nicht aus Vorsicht, sondern weil man das Panorama sonst verpasst. Bitte die Wettervorhersage beachten: Gewitter bilden sich im Raurisertal schnell und unerwartet. Im Zweifel vor dem Start kurz an unserer Rezeption nachfragen.
Wer einen ruhigen Tag auf dem Rad verbringen will, ohne Karte und ohne Höhenprofil zu studieren, fährt einfach der Rauriser Ache entlang. Der Weg nach Kolm Saigurn ist flach, gut ausgebaut und führt direkt unter die Nordwände des Hohen Sonnblicks — ein Panorama, das man nicht suchen muss, das einfach da ist.
In Kolm Saigurn gibt es die Möglichkeit zur Einkehr im Naturhotel Rainer (saisonal geöffnet, Mai–Oktober, keine Reservierung nötig für einfache Zwischenmahlzeiten). Die Rückfahrt ist bergab und geht deutlich schneller — ideal mit Kindern.
Im Ortszentrum von Rauris gibt es zwei zuverlässige Verleihstationen, mit denen wir langjährig zusammenarbeiten:
Sport Egger Rauris E-Mountainbikes, Hardtails, Kinderräder, Anhänger — Helmverleih inklusive. Mo–Sa 8–18 Uhr, So 9–12 Uhr | Tel: +43 6544 6297 Reservierung empfohlen, besonders in der Hochsaison Juli–August.
Intersport Pirchner Rauris Größeres Sortiment, auch Fullsuspension-MTBs. Helm, Protektoren und Reparaturset buchbar. Mo–Sa 8:30–18 Uhr | Tel: +43 6544 20066 | Online-Buchung möglich
Wir helfen an der Rezeption bei der Auswahl und können bei Sport Egger direkt für Sie anfragen — einfach am Vorabend Bescheid geben.
Preise (orientierend): E-Bike ganztags ca. 50–70 €, Hardtail ca. 30–45 €. Genaue Preise direkt beim Verleih erfragen, da saisonabhängig.
Was Sie einpacken sollten — und warum:
Nicht alle Hütten entlang der Wege sind täglich geöffnet. Was wir hier angeben, sind typische Öffnungszeiten — aktuelle Ausnahmen klären wir an der Rezeption für Sie ab.
Palfneralm — Almhütte, einfache Brettljause und Getränke. Ca. 1.700 m Höhe. Geöffnet ca. Juni–September, Di–So. Keine Reservierung nötig.
Karalm — Familienbetrieb, hausgemachte Mehlspeisen. Ca. 1.650 m Höhe. Geöffnet Juli–September, täglich ab 10 Uhr. Bei großen Gruppen kurz anrufen.
Tauernhaus (Seidlwinkltal) — Historisches Gasthaus seit 1491, warme Küche, Übernachtung möglich. Geöffnet Mai–Oktober. Tel: +43 6562 8204
Gasthof Weixen — E-Bike-Ladestation, Getränke, Snacks. Saisonal geöffnet, bitte vorab anfragen. Tel: +43 6562 8204
Nationalpark-Partnerbetriebe erkennbar am entsprechenden Logo — hier ist Regionalität keine Marketingaussage, sondern zertifiziert nachprüfbar.
Das Raurisertal liegt im Nationalpark Hohe Tauern. Bartgeier, Steinadler und Gämsen sind hier keine Attraktion — sie leben hier. Wer abseits der markierten Wege fährt, stört Reviere, auch wenn er das nicht sieht. Bitte auf markierten Wegen bleiben — das ist im Nationalpark Pflicht, keine Empfehlung. Auf vielen Wegen teilen sich Wanderer und Radfahrer dieselbe Spur. Ein kurzes Abbremsen vor Wandergruppen und ein freundlicher Gruß kosten nichts. Das prägt den Ruf des Tals — und damit auch den Charakter des Urlaubs, den unsere Gäste genießen.
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